13. November 2013 (2)

Aktuelle NGG-Umfrage unter Betriebsräten zur Demografie

Ernährungswirtschaft: Gesunde Arbeit bis zur Rente bislang reine "Job-Utopie"

 

Berlin, 13. November 2013

 

Die Ernährungswirtschaft in Deutschland sieht „alt“ aus – zumindest, wenn es um die Arbeitsbedingungen für ältere Beschäftigte geht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter bundesdeutschen Betriebsräten der Ernährungswirtschaft. „Demnach sind die Betriebe der Branche nicht auf den bevorstehenden demografischen Wandel vorbereitet. In vielen Unternehmen fehlen passende Rahmenbedingungen für ältere Beschäftigte. Gute und gesunde Arbeit bis zur Rente ist für viele bislang eine Job-Utopie“, kritisiert Claus-Harald Güster. Der stellvertretende Vorsitzende der NGG nannte die Resultate der Umfrage „alarmierend“.

 

Nach der Betriebsräte-Befragung der NGG sorgen ständige Überstunden und regelmäßige Schichtarbeit in der Branche für einen „explodierenden Leistungsdruck“. Diesem seien vor allem die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht mehr gewachsen.

 

Die Umfrage unter den Betriebsräten kommt zu dem Ergebnis, dass in mehr als 70 Prozent der Betriebe Mehrarbeit der „Normalfall“ ist. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in der Ernährungswirtschaft leisten danach kontinuierlich Schichtarbeit.

 

„Woche für Woche 45 Stunden oder mehr arbeiten, dies oftmals nachts oder abends und dann zusätzlich am Arbeitsplatz auch noch Lärm, Kälte oder Nässe aushalten… Das schafft kaum einer bis zum regulären Rentenalter. Aber so ist die Beschäftigungsrealität in der Ernährungswirtschaft“, sagt Güster. Leidtragende seien die Arbeitnehmer, die frühzeitig und oftmals krank aus dem Job ausscheiden müssten – mit dramatischen Folgen: Viel zu niedrige Erwerbsminderungsrenten oder das Abrutschen in Hartz IV.

 

Hier müsse es, so der NGG-Vize, dringend ein Umsteuern geben. Er fordert die Arbeitgeber der Branche auf, gemeinsam mit der NGG bessere Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schaffen. Die Ernährungswirtschaft müsse die Arbeitsplätze „demografiesicher“ machen. Güster: “Wir brauchen Modelle, damit alle Beschäftigten in ihren Betrieben älter werden und gesund die Rente erreichen können“. Konkret nannte der stellvertretende NGG-Vorsitzende hier die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Teilzeit im Alter mit Entgeltausgleich.

 

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