13. November 2013

NGG-Chefin Rosenberger nimmt Politik und Arbeitgeber in die Pflicht

Hin zum besseren Image für Gastronomie – weg von der Geiz-Mentalität bei Lebensmitteln

 

Berlin, 13. November 2013

 

NGG schlägt Pflöcke ein: Harte Forderungen an die Politik, klare Ansprüche an die Arbeitgeber – Michaela Rosenberger setzte auf dem NGG-Gewerkschaftstag am Mittwoch ihre Akzente als neue Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Rosenberger will das Image im Gastgewerbe polieren und die Attraktivität der Branche – insbesondere durch bessere Sozialstandards – steigern: „Wir werden die ‚besten Arbeitgeber’ der Branche auszeichnen – mit einem sozialen Gütesiegel“, kündigte die NGG-Vorsitzende an. Nur mit einem positiven Image habe die Branche die Chance, Nachwuchs und damit gut ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen.

 

Mit Blick auf die Lebensmittelindustrie forderte sie einen „Whistleblower-Schutz“. Skandalmeldungen machten deutlich: „Informanten müssen geschützt werden“, so Rosenberger. Notwendig seien hierbei klare gesetzliche Regelungen, die es Beschäftigten erlaubten, Missstände anonym anzuzeigen, um „durch die Arbeitgeber nicht stigmatisiert zu werden“.

 

Kritik übte Rosenberger am Preisdruck durch den Lebensmittelhandel. Der schlage auf die zurück, die die Lebensmittel produzierten. Die Bedingungen für die Beschäftigten in der Lebensmittelindustrie hingen nicht zuletzt vom Verbraucherverhalten ab. Hier müsse es ein Umdenken geben. Kaum eine andere europäische Bevölkerung spare so sehr beim Kauf von Lebensmitteln wie die Deutschen. „Wir schütten lieber teures Öl in unsere Motoren und gießen dann billiges auf unseren Salat“, sagte Michaela Rosenberger.

 

An die Adresse von CDU/CSU und SPD gerichtet, forderte die NGG-Chefin, dass es für jede ausgeübte Beschäftigung Beiträge zur Sozialversicherung geben müsse. Ebenso eine Minijob-Reform: „Minijobs sind keine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt, sondern eine Sackgasse“, so Rosenberger. Zudem seien Minijobs ein „Synonym für Altersarmut“. Dies betreffe insbesondere Frauen: Zwei Drittel der Mini-Jobber seien weiblich. Die NGG-Chefin nahm auch die hohe Zahl von Zweitjobs ins Visier: So viele Deutsche wie nie – mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren, nämlich 2,7 Millionen Menschen – hätten einen Zweitjob. „Der größte Teil dieser Menschen hat diesen Zweitjob, weil es mit dem ersten nicht fürs Leben reicht. Sie arbeiten im Einzelhandel, im Gastgewerbe, im Wachdienst, in der Leiharbeit.“ Betroffen seien überwiegend Menschen in Ostdeutschland, häufig Frauen.

 

Rosenberger bekräftigte das „Nein“ der NGG zur „Rente mit 67“. Hier gehöre auch die „magische Zahl von 45 Beitragsjahren noch einmal auf den Prüfstand“. Mit Blick auf die „dramatische Jugendarbeitslosigkeit“ in den südeuropäischen Ländern und in Frankreich forderte Rosenberger einen „unbürokratischen Rettungsschirm für die Jugend in Europa“. Dieser müsse eine Jugend-Beschäftigungsgarantie sicherstellen.

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